{"id":52,"date":"2013-01-11T12:48:25","date_gmt":"2013-01-11T11:48:25","guid":{"rendered":"http:\/\/sebastianfrehmel.de\/blog\/?p=52"},"modified":"2013-01-12T12:11:59","modified_gmt":"2013-01-12T11:11:59","slug":"tea-party-in-shanghai","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sebastianfrehmel.de\/?p=52","title":{"rendered":"Tea-Party in Shanghai"},"content":{"rendered":"<p>Zwischen den Fl\u00fcgen hatte ich 13 Stunden Aufenthalt in Shanghai. Nach der Ankunft morgens um 7 habe ich mir erst einmal zwei Stunden Zeit gelassen, um nicht in die Rush Hour zu geraten und Geld zu wechseln.<br \/>\nVom Flughafen, der ca. 30km au\u00dferhalb der Stadt liegt, geht die einzige bisher gebaute Transrapid-Strecke zu einem Bahnhof etwas au\u00dferhalb der Innenstadt, von wo man mit der U-Bahn weiterfahren muss. Keine Frage, dass ich die ausprobieren muss \ud83d\ude42 Ein Ticket f\u00fcr Hin- und R\u00fcckfahrt kostet 80 Yuan (ca. 10 Euro &#8211; das spielt nachher noch eine Rolle&#8230;).<br \/>\nDie Fahrt an sich dauert gerade einmal 8 Minuten und der Zug beschleunigt auf 430 km\/h, die er aber nur 30 Sekunden h\u00e4lt, bevor er wieder bremsen muss! Beim Bremsen kommt einem 250 km\/h \u00e4u\u00dferst langsam vor \ud83d\ude09 Es war ziemlich beeindruckend.<\/p>\n<p>Bei der Fahrt durch die Vororte sieht man sehr gut, dass China boomt. An jeder Ecke wird gebaut (oder abgerissen), vor allem f\u00fcr Stra\u00dfen.<br \/>\nEs sind auch unglaublich viele Leute f\u00fcr noch so kleine Aufgaben angestellt. Beim Transrapid-Bahnhof an Flughafen arbeiten ca 10 Leute, die einem sagen, wo man hingehen soll oder nur auf einen Kollegen weisen, der einem dann zu einem weiteren Einweiser schickt&#8230; Au\u00dferdem l\u00e4uft \u00fcberall Sicherheitspersonal rum, jeder Geldautomat wird von einem Polizisten bewacht.<\/p>\n<p>In Shanghai selber gibt es nur sehr wenige westliche Touristen, was auch an der Jahreszeit liegen mag. Jedenfalls bin ich sehr aufgefallen. In der U-Bahn war ich z.B. der einzige, der sich b\u00fccken musste, um nicht an die Haltestange zu sto\u00dfen, die auf ca. 1,78m angebracht war!<br \/>\nChinesen dr\u00e4ngeln wo es nur geht, erst aussteigen lassen und dann einsteigen gibt es nicht. Au\u00dferdem scheinen sie nicht aufeinander zu achten, denn sie laufen unglaublich oft ineinander!<br \/>\nDie Stadt ist allerdings angenehm leise! Dass mag daran liegen, dass in der Stadt fast nur Elektroroller und Oberleitungsbusse fahren. Auch wenn sich Menschenmassen durch die Stra\u00dfen quetschen (B\u00fcrgersteige gibt es zwar, aber die sind zugestellt), ist es angenehm, total ohne Hektik. <\/p>\n<p>Aber das eigentlich Interessante, was mir da passiert ist, beginnt mit drei chinesischen M\u00e4dels, die mich auf dem People&#8217;s Square, gleich nachdem ich aus der U-Bahn gestiegen bin, auf sehr gutem Englisch angesprochen haben, ob ich ein Foto von ihnen machen k\u00f6nnte. Hab ich nat\u00fcrlich gemacht und sie waren sehr daran interessiert, woher ich den komme usw. Sie waren selber Touristen aus einer Provinz n\u00f6rdlich von Shanghai. Sie haben mir erz\u00e4hlt, was alles unbedingt ansehen muss und wann ich auf keinen Fall zur\u00fcckfahren sollte, weil es zu voll ist. Wirklich sehr nett und zuvorkommend. Die eine war Englischlehrerin, die andere Kauffrau und die dritte Medizinstudentin.<br \/>\nAls letztes haben sie mich gefragt, ob ich nicht mit ihnen mitkommen will, zu einer Teezeremonie. Nat\u00fcrlich! Was ein Gl\u00fcck, so etwas angeboten zu bekommen, denke ich mir und sage dankend zu!<br \/>\nWir gehen zielstrebig durch irgendwelche Nebenstra\u00dfen zu einem kleinen Haus wo wie direkt in ein kleines Nebenzimmer geleitet werden, in dem eigentlich nur ein Tisch mit B\u00e4nken steht.<br \/>\nEine Frau, sie geh\u00f6rt wohl einer Minderheit an, bereitet den Tee zu. Es wird insgesamt 6 verschiedene Teesorten geben und jeder ist ausgesprochen lecker (z.B. Drachenaugentee,\u00a0gr\u00fcner Tee oder Litschischwarztee). Es ist wirklich eine Zeremonie, denn es gibt verschiedene K\u00e4nnchen, die alle was bedeuten.<br \/>\nJeder von uns trinkt aus einem einzigen Sch\u00e4lchen. Der letzte Tee ist eine Knolle, die im hei\u00dfen Wasser zu einer Blume aufbl\u00fcht, ein echter Wow-Effekt! Auch der Tee daraus schmeckt super. Fotos darf ich leider keiner machen. <\/p>\n<p>Was sich allerdings so super anh\u00f6rt, nimmt pl\u00f6tzlich eine abrupte Wendung, denn die M\u00e4dels haben nur wenig Geld dabei und in China sei es ja sowieso so, dass der Mann zahlt, wenn er mit Frauen trinken geht (Tee geh\u00f6rt wohl auch dazu). Mit schwant da schon was&#8230;<br \/>\nDie ganze Zeremonie hat n\u00e4mlich pro Tee und Nase 49 Yuan gekostet. Macht also 49*4*6 Yuan, mehr als 1000 also. Nur wusste ich das vorher nicht. Ich bin in dem Moment sehr verwirrt. 1000 Yuan m\u00fcssten 125 Euro sein, wenn die 80 Yuan f\u00fcr die Transrapid-Fahrt 10 Euro waren. Aber das kam doch nicht sein! Soviel Geld f\u00fcr ein bisschen Tee, ich muss mich beim Umrechnen vertan haben&#8230;<br \/>\nDie Frau schw\u00e4tzt mir in der Zwischenzeit sogar noch auf, dass ich zwei Teesorten kaufen soll, ich merke es kaum. Meiner inneren Uhr nach ist ja mittlerweile 4 Uhr morgens und ich habe im Flugzeug nicht geschlafen. Es werden 2000 Yuan&#8230; Der Tee hat also nochmal das gleiche gekostet.<br \/>\nIch hole sogar das Geld von einem Geldautomaten, und denke noch immer, dass das nicht 250 Euro sein k\u00f6nnen, unm\u00f6glich&#8230; Die Teefrau ist mit zur Bank gelaufen und nimmt mir das Geld gleich ab.<br \/>\nDie M\u00e4dels haben das nicht b\u00f6se gemeint, da bin ich mit sicher. <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/sebastianfrehmel.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/01\/essen_shanghai-180x240.jpg\" alt=\"Essen_Shanghai\" width=\"180\" height=\"240\" class=\"floated-img-right size-thumbnail wp-image-33\" \/> Sie laden mich danach noch zum Mittagessen ein. Wir essen \u201cfried Shanghai dumplings\u201c, Kn\u00f6del, die im Inneren mit einem Fleischkn\u00f6del und einer Suppe gef\u00fcllt sind. Man muss sie mit einer speziellen Technik essen. Sie sind wirklich unglaublich gut und ich bin richtig satt. Dann verabschieden sich die drei zum Shoppen. <\/p>\n<p>Ich gehe zum Bund, der Flaniermeile und Aush\u00e4ngeschild Shanghais am Fluss Pu. Mir wird mittlerweile klar, dass ich gerade wirtlich 250 Euro f\u00fcr Tee gezahlt habe! In Schaufenstern h\u00e4ngen n\u00e4mlich Anz\u00fcge f\u00fcr 400 Yuan. Ich kann es kaum glauben und \u00e4rgere mich total.<br \/>\nKaum bin ich am Bund angekommen, werde ich schon wieder von drei M\u00e4dels angesprochen, ob ich nicht ein Foto machen k\u00f6nnte. Klar. Die drei sind \u00fcbrigens wegen einem Teefestival hier und bitten mich, mitzukommen. Ist das was anderes als eben? Ich gehe mal mit. Auch die sind richtig nett und sprechen hervorragend englisch.<br \/>\nAls wir dann bald allerdings wieder vor einem unscheinbaren Haus stehen, ist mir klar, wo das hinf\u00fchrt. Ich sage ihnen ab, bevor wir reingehen k\u00f6nnen. Die f\u00fchlen sich sichtlich vor den Kopf gesto\u00dfen, aber das machte ich nicht nochmal&#8230;! <\/p>\n<p>Beide M\u00e4delsgruppen haben mir eigentlich die gleichen Fragen gestellt oder Komplimente gemacht.<br \/>\n&#8222;You look so young&#8220;, &#8222;You are handsome&#8220;, &#8222;Do you have a girlfriend?&#8220;, &#8222;A car?&#8220;, &#8222;No drinking, no smoking, you&#8217;re a good man&#8220;, &#8222;I want to tell what &#8218;I love you&#8216; means in Chinese&#8220;. \u00dcberraschend direkt sind sie \ud83d\ude09 Alle waren sehr davon begeistert, dass ich kochen kann, denn in China herrscht immer noch die traditionelle Rollenteilung vor.<br \/>\nDie M\u00e4dels f\u00fchlten sich wohl alle irgendwie emanzipiert und von den chinesischen M\u00e4nnern missverstanden.<\/p>\n<p>Ich fahre direkt zum Flughafen und d\u00f6se vor mich hin. Gottseidank gibt es da keinen Tee.<br \/>\n250 Euro f\u00fcr Tee, ich kann es einfach nicht glauben.<br \/>\nAber eine interessante Erfahrung war das schon.<\/p>\n<p>UPDATE: Die M\u00e4dels haben das doch b\u00f6se gemeint:<br \/>\nSiehe http:\/\/www.beatpunk.org\/reiseberichte\/shanghai (vielen Dank, Steffi). Ich f\u00fchl mich so beschissen, mich hat es noch sehr viel mehr getroffen als die im Bericht&#8230;<br \/>\nImmerhin ist es hier in Neuseeland richtig sch\u00f6n \ud83d\ude42<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/sebastianfrehmel.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/01\/r-240x180.jpg\" alt=\"R\" width=\"240\" height=\"180\" class=\"alignnone size-thumbnail wp-image-63\" srcset=\"https:\/\/sebastianfrehmel.de\/wp-content\/uploads\/2013\/01\/r-240x180.jpg 240w, https:\/\/sebastianfrehmel.de\/wp-content\/uploads\/2013\/01\/r-500x375.jpg 500w, https:\/\/sebastianfrehmel.de\/wp-content\/uploads\/2013\/01\/r-400x300.jpg 400w, https:\/\/sebastianfrehmel.de\/wp-content\/uploads\/2013\/01\/r.jpg 1280w\" sizes=\"auto, (max-width: 240px) 100vw, 240px\" \/><br \/>\n<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/sebastianfrehmel.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/01\/2013-01-11-22.30.19-240x180.jpg\" alt=\"2013-01-11 22.30.19\" width=\"240\" height=\"180\" class=\"alignnone size-thumbnail wp-image-60\" srcset=\"https:\/\/sebastianfrehmel.de\/wp-content\/uploads\/2013\/01\/2013-01-11-22.30.19-240x180.jpg 240w, https:\/\/sebastianfrehmel.de\/wp-content\/uploads\/2013\/01\/2013-01-11-22.30.19-500x375.jpg 500w, https:\/\/sebastianfrehmel.de\/wp-content\/uploads\/2013\/01\/2013-01-11-22.30.19-400x300.jpg 400w, https:\/\/sebastianfrehmel.de\/wp-content\/uploads\/2013\/01\/2013-01-11-22.30.19.jpg 1280w\" sizes=\"auto, (max-width: 240px) 100vw, 240px\" \/><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/sebastianfrehmel.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/01\/2013-01-11-22.30.47-180x240.jpg\" alt=\"2013-01-11 22.30.47\" width=\"180\" height=\"240\" class=\"alignnone size-thumbnail wp-image-61\" srcset=\"https:\/\/sebastianfrehmel.de\/wp-content\/uploads\/2013\/01\/2013-01-11-22.30.47-180x240.jpg 180w, https:\/\/sebastianfrehmel.de\/wp-content\/uploads\/2013\/01\/2013-01-11-22.30.47-375x500.jpg 375w, https:\/\/sebastianfrehmel.de\/wp-content\/uploads\/2013\/01\/2013-01-11-22.30.47-225x300.jpg 225w, https:\/\/sebastianfrehmel.de\/wp-content\/uploads\/2013\/01\/2013-01-11-22.30.47.jpg 960w\" sizes=\"auto, (max-width: 180px) 100vw, 180px\" \/><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/sebastianfrehmel.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/01\/2013-01-11-22.29.40-240x180.jpg\" alt=\"2013-01-11 22.29.40\" width=\"240\" height=\"180\" class=\"alignnone size-thumbnail wp-image-59\" srcset=\"https:\/\/sebastianfrehmel.de\/wp-content\/uploads\/2013\/01\/2013-01-11-22.29.40-240x180.jpg 240w, https:\/\/sebastianfrehmel.de\/wp-content\/uploads\/2013\/01\/2013-01-11-22.29.40-500x375.jpg 500w, https:\/\/sebastianfrehmel.de\/wp-content\/uploads\/2013\/01\/2013-01-11-22.29.40-400x300.jpg 400w, https:\/\/sebastianfrehmel.de\/wp-content\/uploads\/2013\/01\/2013-01-11-22.29.40.jpg 1280w\" sizes=\"auto, (max-width: 240px) 100vw, 240px\" \/><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/sebastianfrehmel.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/01\/2013-01-11-22.28.46-180x240.jpg\" alt=\"2013-01-11 22.28.46\" width=\"180\" height=\"240\" class=\"alignnone size-thumbnail wp-image-58\" srcset=\"https:\/\/sebastianfrehmel.de\/wp-content\/uploads\/2013\/01\/2013-01-11-22.28.46-180x240.jpg 180w, https:\/\/sebastianfrehmel.de\/wp-content\/uploads\/2013\/01\/2013-01-11-22.28.46-375x500.jpg 375w, https:\/\/sebastianfrehmel.de\/wp-content\/uploads\/2013\/01\/2013-01-11-22.28.46-225x300.jpg 225w, https:\/\/sebastianfrehmel.de\/wp-content\/uploads\/2013\/01\/2013-01-11-22.28.46.jpg 960w\" sizes=\"auto, (max-width: 180px) 100vw, 180px\" \/><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/sebastianfrehmel.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/01\/2013-01-11-22.28.15-180x240.jpg\" alt=\"2013-01-11 22.28.15\" width=\"180\" height=\"240\" class=\"alignnone size-thumbnail wp-image-57\" srcset=\"https:\/\/sebastianfrehmel.de\/wp-content\/uploads\/2013\/01\/2013-01-11-22.28.15-180x240.jpg 180w, https:\/\/sebastianfrehmel.de\/wp-content\/uploads\/2013\/01\/2013-01-11-22.28.15-375x500.jpg 375w, https:\/\/sebastianfrehmel.de\/wp-content\/uploads\/2013\/01\/2013-01-11-22.28.15-225x300.jpg 225w, https:\/\/sebastianfrehmel.de\/wp-content\/uploads\/2013\/01\/2013-01-11-22.28.15.jpg 960w\" sizes=\"auto, (max-width: 180px) 100vw, 180px\" \/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zwischen den Fl\u00fcgen hatte ich 13 Stunden Aufenthalt in Shanghai. 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