{"id":1029,"date":"2013-04-20T02:06:55","date_gmt":"2013-04-20T01:06:55","guid":{"rendered":"http:\/\/sebastianfrehmel.de\/blog\/?p=1029"},"modified":"2013-05-01T10:00:18","modified_gmt":"2013-05-01T09:00:18","slug":"australien-mag-mich-nicht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sebastianfrehmel.de\/blog\/?p=1029","title":{"rendered":"Australien mag mich nicht"},"content":{"rendered":"<p>Viel, viel Text und keine Bilder. Aber echt ne Geschichte&#8230;!<\/p>\n<p>Mein Traum, warum ich \u00fcberhaupt hier runter gegangen bin, ist der: Ich finde einen Job, der \u00fcber drei bis sechs Monate geht, denn die gibt es wie Sand am Meer, verdiene dadurch genug Geld, um in Deutschland mein Baf\u00f6G auf einen Schlag zur\u00fcckzahlen zu k\u00f6nnen und dann ein gutes Geldpolster f\u00fcr ausgedehnte Reisen in Australien zu haben sowie mit dem gleichen Kontostand nach Deutschland zur\u00fcckkehren zu k\u00f6nnen, wie er zu Beginn der Reise war.<\/p>\n<p>Diese Jobs gibt es tats\u00e4chlich. T\u00e4glich kommen mehrere Softwareentwickler-Jobs dieser Art auf den Markt. Die Bezahlung ist riesig. 500-800 Dollar am TAG!!! Ich w\u00e4re alle meine Sorgen los, selbst drei Monate w\u00fcrden total ausreichen. Und jeder sagt, dass Softwareentwickler in Australien h\u00e4nderingend gesucht werden.<\/p>\n<p>Diese Jobs gibt es zu 70% in Sydney, zu 15% in Melbourne und der Rest verteilt sich auf die anderen gro\u00dfen St\u00e4dte. Mein Ziel war es ja eigentlich, nach Melbourne zu gehen und dort nach Jobs zu suchen, denn die Stadt hat mir spontan zugesagt, schon vor meinem ersten kurzen Besuch im Januar. Jetzt bin ich aber in Sydney und merke, dass ich hier viel besser an Jobs kommen kann.<\/p>\n<p>Also habe ich mich spontan nach Sonjas Besuch entschieden, in Sydney zu bleiben.<\/p>\n<p>Ich bin voller (Selbst-)\u00dcberzeugung, dass es kein Problem sein wird, hier einen Job innerhalb von 2-3 Wochen zu finden.<br \/>\nDas erste, was ich brauche, ist aber eine Wohnung oder besser ein WG-Zimmer. Wohnungsangebote und \u2013interessenten gibt es jedoch genug, sodass im Hostel schon sehr viele Leute einige Wochen nach einem passenden Zimmer suchen (es sind vor allem Studies, denn Anfang M\u00e4rz geht hier die Uni los). Ich mache mich also auch auf die Suche.<\/p>\n<p>Und es ist unglaublich! Schon die zweite WG, die ich mir ansehe, nimmt mich! Ich habe mich sehr gut mit der einen Mitbewohnerin verstanden, den zweiten Mitbewohner, ein Franzose, habe ich nicht kennengelernt. Aber ich kriege die Zusage und kann schon morgen einziehen.<\/p>\n<p>Die Mieten in Sydney sind exorbitant, vielleicht nur \u00fcberboten von New York. Ich zahle 270 Dollar pro WOCHE und vier Wochen Kaution, mein Puffer erlaubt das und ich habe ja bald einen Job.<\/p>\n<p>Ich entwerfe also meinen Lebenslauf, wie ihn die Australier wollen (ausf\u00fchrlich, also 4 Seiten und mit einem \u00dcberblick \u00fcber die \u201eKey Skills\u201c gleich auf der ersten Seite).<br \/>\nIch schicke die ersten Bewerbungen ab und bewerbe mich auch auf nicht befristete Stellen, mit dem Hinweis, dass ich nur sechs Monate darf (wegen meinem Visum).<br \/>\nIch schreibe auch Initiativbewerbungen.<!--more--><\/p>\n<p>Ich bin richtig erfreut, dass schon gleich die erste Bewerbung in einer positiven R\u00fcckmeldung endet. Ich darf einen Assessment-Test online ausf\u00fcllen, haupts\u00e4chlich Java und richtig sch\u00f6n schwer. Aber ich kriege es hin und bin guter Dinge.<\/p>\n<p>Mein erster Plan war ja, in Australien zuerst zu reisen und dann die letzten Monate des Jahres in Melbourne mit einem Job zu verbringen. Daf\u00fcr brauchte ich ein Auto und ich habe mir schon \u00fcber gute Quellen in Deutschland ein Auto ausgeguckt, das auch mal \u00fcber Stock und Stein fahren kann und in dem man auch schlafen kann. Jetzt will ich aber erst den Job, denke mir aber, dass, wenn ich jetzt schon ein Auto habe, ich auch die Wochenenden f\u00fcr die Umgegend nutzen kann.<br \/>\nAlso leiste ich mir das Auto, 6000 Dollar, denn ich habe ja bald einen Job.<\/p>\n<p>Ich fahre mit dem Auto 900km nach Queensland, denn dort ist der Wagen registriert, um ihn auf mich umschrieben zu lassen. Dummerweise will die Beh\u00f6rde in Queensland drei Ausweisdokumente von mir, damit ich ein Auto registrieren kann. Ich habe meinen Reisepass und meine Kreditkarte dabei. Alles andere wird nicht akzeptiert \u2013 noch nicht mal mein internationaler F\u00fchrerschein!! In Queensland ist es also m\u00f6glich ohne F\u00fchrerschein ein Auto zu besitzen\u2026<br \/>\nIch muss also unverrichteter Dinge wieder nach Sydney zur\u00fcckfahren und darf noch 250 Dollar oben drauf zahlen, denn die vorgesehene Untersuchung f\u00fcr die Ummeldung (quasi der T\u00dcV) f\u00fcr das Auto habe ich machen m\u00fcssen. Ich habe jetzt zwei Monate, mir das Auto umschreiben zu lassen, denn solange ist der Schein g\u00fcltig.<br \/>\nBl\u00f6derweise habe ich an den zwei Tagen in Queensland auch erfahren, dass ich die Stelle nicht bekommen habe, denn ich habe mich ca. einen Tag zu sp\u00e4t beworben :-\/ Aber es gibt ja noch sehr viele andere Stellen.<\/p>\n<p>Die n\u00e4chsten Tage werden aber nicht besser. Zuerst schreibe ich an Jobagenturen irrt\u00fcmlich so, als ob sie der eigentliche Arbeitgeber sind, weil ich es \u00fcberhaupt nicht kenne, an Vermittler zu schreiben, womit ich nat\u00fcrlich sofort null Chancen habe. Aber auch so kriege ich \u00fcberhaupt kein Feedback mehr auf meine Bewerbungen. Ich schreibe jeden Tag mindestens vier bis f\u00fcnf davon, immer sch\u00f6n individuell angepasst auf die Anforderungen. Aber es kommt nichts.<\/p>\n<p>Nach zwei Wochen werde ich langsam ungeduldig, denn ich w\u00fcrde mich jetzt schon einmal \u00fcber einen Job freuen!<\/p>\n<p>Ich stelle selber Anzeigen ins Netz, \u00fcber die ich mir mehr Kontakte erhoffe. Und tats\u00e4chlich, ich werde gleich von einer Werbeagentur angeschrieben, ich soll doch morgen mal vorbeikommen, sie brauchen \u201eHilfe\u201c. Oh nein, doch nicht, lieber n\u00e4chsten Montag.<br \/>\nIch gehe also am Montag hin und erfahre dort, dass sie nur jemanden brauchen, um ihre Server einzurichten, denn \u201edas k\u00f6nne ich ja\u201c. Aha, in der Anzeige habe ich davon nichts geschrieben, sch\u00f6n wie man wieder mal \u00fcber einen Kamm geschert wird\u2026 Auch wenn es etwas fremd f\u00fcr mich ist, schaffe ich es, ihren Mac-Server zum Laufen zu kriegen und noch diverse Dienste einzurichten. Ich kriege daf\u00fcr 240 Dollar f\u00fcr einen Tag und bin zufrieden, vor allem weil sie mir eine weitere Anstellung in Aussicht stellen.<br \/>\nIch soll doch am Donnerstag wieder kommen. Oh nein, am Dienstag. Sorry mate, wird irgendwie sp\u00e4ter.<br \/>\nIch h\u00f6re nie wieder von denen.<\/p>\n<p>Mittlerweile warte ich seit drei Wochen auf einen Job und ich beginne zu erkennen, dass ich bei Jobagenturen richtige die Arschkarte habe. Die melden sich nie. Nur wenn ich mich bei Firmen direkt melde, kriege ich auch meistens eine Antwort. Aber das ist nur ein Bruchteil aller Jobangebote, vielleicht 15%.<\/p>\n<p>Diese \u201eRecruiter\u201c in diesen Jobangenturen gucken nur stur auf die Anforderungen, die ihnen der Auftraggeber gibt, und sobald auch nur ein Punkt etwas weniger vertreten ist, ist man raus. Au\u00dferdem erfahre ich von mehreren, dass man ohne Erfahrung in einer australischen Firma schon grunds\u00e4tzlich schlecht da steht. Na toll.<\/p>\n<p>\u00dcberhaupt, Erfahrung. Alle wollen sie Erfahrung. 3-5 Jahre in irgendeiner spezialisierten Untertechnologie von Java (z.B. JCAPS), 4-8 mit PL\/SQL (Oracle). Ich habe noch nie mit PL\/SQL gearbeitet, aber mir eine halbe Stunde ein Tutorial angesehen \u2013 und ich konnte PL\/SQL! Verdammt, ihr Recruiter, wie soll das jemals klappen, wenn ihr immer \u00fcberall Erfahrung voraussetzt\u2026<\/p>\n<p>Bei einer Bewerbung habe ich keine Antwort erhalten, aber gemerkt, dass die gleiche Anzeige nach einer Woche wieder reingestellt wurde. Da ich dachte, dass ich f\u00fcr diesen Job \u2013 in Adelaide, denn ich habe mittlerweile begonnen, mich in ganz Australien zu bewerben \u2013 besonders gut geeignet bin (GUI mit Swing, JDBC, vielleicht klingelt es ja bei einigen \ud83d\ude09 ). Also habe ich mich bei der Jobagentur gemeldet und der Recruiter meldete sich auch und meinte, dass meine Kenntnisse in Swing nicht \u201estrong\u201c seien, wie in der Anzeige gew\u00fcnscht. Er gab mir die Chance, mich nochmals zu bewerben, denn auf die Stelle seien nur wenige Bewerbungen eingetroffen. Also schreibe ich meinen Lebenslauf nochmal und f\u00fchre aus, dass ich Swing seit 6-7 Jahren immer wieder und auch durchaus komplex verwendet habe. Ich war mir wirklich sicher, dass das jetzt reichen wird.<br \/>\nAber ich habe nie wieder etwas von ihm geh\u00f6rt.<\/p>\n<p>Ich habe in f\u00fcnf Wochen knapp 70 Bewerbungen geschrieben, 3 positive und 4 negative Reaktionen erhalten und bin zu keinem Vorstellungsgespr\u00e4ch eingeladen worden.<br \/>\nIch h\u00e4tte noch mehr geschrieben, aber f\u00fcr alles bin ich ja dann auch wieder nicht qualifiziert. Dabei habe ich gemerkt, dass vor allem Webtechnologien wie z.B. ASP.NET sehr stark nachgefragt werden. Da sieht es bei mir mau aus, denn ich musste sie nie benutzen. Auch hier w\u00fcrde ich sagen, dass meine Ausbildung es mir erlaubt, die Sprache in 1-2 Wochen wirklich zu beherrschen, denn es ist echt kein Hexenwerk, aber die Herren Recruiter wollen ja auch da immer mindestens 1-2 Jahre Erfahrung.<\/p>\n<p>Um es kurz zu fassen, ich habe keinen Job gefunden, bis heute nicht. Und ich werde in Australien auch keinen finden, da bin ich mir sicher. Ich habe alles versucht. Ich habe mich sogar offiziell selbstst\u00e4ndig gemacht. Das ist in Australien absolut kein Problem, ich musste mich nur f\u00fcr eine Nummer bewerben, fertig. Habe mich als Freelancer eingetragen, aber ohne jedes Ergebnis. Ich habe mich in Perth, Adelaide, Melbourne und Brisbane beworben, auch dort ohne jegliches Feedback.<br \/>\nIch habe mir auch ein Neuseeland-Visum besorgt, um mich dort bewerben zu k\u00f6nnen, dazu sp\u00e4ter mehr.<\/p>\n<p>Und ohne Job kein Geld. Schei\u00dfe. Und ich sitze in dieser teuren Wohnung\u2026<\/p>\n<p>Ich muss hier raus!<\/p>\n<p>Und damit zu einem weiteren anderen Teil meiner Odysee. Der Wohnung oder besser meiner Mitbewohnerin.<br \/>\nIch habe erst ca. zehn Tage nachdem ich eingezogen bin, gemerkt, dass die Gute ziemlich an der Flasche h\u00e4ngt, eigentlich ist sie Alkoholikerin. Und au\u00dferdem ist sie seit einem Jahr arbeitslos, normalerweise ist sie Sozialarbeiterin.<\/p>\n<p>Unser Verh\u00e4ltnis ist von Anfang an eher beeintr\u00e4chtigt, da ich ihrer Meinung nicht zum WG-Leben beitrage. Seltsamerweise macht das der Franzose aber auch nicht. Warum wohl? Vielleicht weil Madame lieber sturzbesoffen vor dem zu lauten Fernseher h\u00e4ngt? Sie kann wohl kaum erwarten, dass sie da Gesellschaft kriegt. Nicht von mir jedenfalls.<\/p>\n<p>Es geht weiter, indem ich bald SMS kriege, die mich beschuldigen, nicht geputzt zu haben, und der arme Franzose es jetzt machen musste. Vielleicht solltest du mir erst einmal sagen, wie der Putzplan aussieht und wo alles steht, wie w\u00e4r\u2019s damit?<\/p>\n<p>Achso, den Putzplan wolltest du ja schon machen, als ich eingezogen bin, aber hast es verpeilt, weil du die ganze Zeit trinkst und lieber deine Katze und den Hund knuddelst als w\u00e4rst du acht. Denen gef\u00e4llt das \u00fcbrigens nicht, vielleicht hast du das schon mal gemerkt.<\/p>\n<p>Ich muss ihr jedenfalls Mitte M\u00e4rz, als ich langsam merke, dass das mit dem Job nichts wird und ich das Geld f\u00fcr die Miete in absehbarer Zeit nicht mehr aufbringen kann, sagen, dass ich ausziehen muss. Das ist f\u00fcr sie erst einmal Grund, eine Woche der Kaution zu streichen, denn sie m\u00fcsse ja jetzt fr\u00fcher als gedacht einen Nachmieter suchen. Davon hat sie nie etwas erw\u00e4hnt. Aber da sie mir auch sagt, dass ich mir bevor ich mir ein Zimmer suche, einen Job h\u00e4tte suchen sollen, was ich einsehe, stimme ich z\u00e4hneknirschend zu.<\/p>\n<p>Als Auszugsdatum vereinbaren wir den 7. April, drei Wochen K\u00fcndigungsfrist gibt es hier.<\/p>\n<p>Bis dahin wird es teilweise bizarr. Sie sagt mir, dass Freunde vorbeikommen, um ihr Zimmer zu besichtigen, denn sie wolle drei Wochen in ein buddhistisches Kloster ziehen. Den Freunden hat sie aber wohl einen \u00fcberzogenen Preis mitgeteilt und dadurch sind die und ich der Meinung, dass sie das nur gemacht hat, um an Geld zu kommen. Sie hat n\u00e4mlich mittlerweile ein akutes Geldproblem bekommen, auch weil sie Jobabsagen kriegt\u2026 Jemand aus einem vorigen Job hatte ihr ein schlechtes Zeugnis gegeben^^<\/p>\n<p>Ich werde jedoch weiterhin per SMS beschuldigt, nicht zu putzen, was schlicht nicht stimmt. Ich putze ihr einfach nicht oft genug, sie will, dass ich alle zwei Tage putze, obwohl sie selber teilweise f\u00fcnf oder mehr Tage nicht da ist und ich sie selber nie putzen gesehen habe.<\/p>\n<p>Das Ganze kulminiert darin, dass ich eine Woche bevor ich ausziehen will (das Osterwochenende), mir nicht mehr sicher bin, ob ich ihr vertrauen kann, dass sie mir die Kaution und die verbleibende Miete zur\u00fcckzahlt. Das sind 1080 Dollar.<\/p>\n<p>Ich will, dass sie eine Erkl\u00e4rung unterschreibt, dass sie das machen wird. Ich sage ihr, dass wir mal \u00fcber die Kaution sprechen m\u00fcssen und pl\u00f6tzlich ist sie weg! Nicht mehr aufzufinden\u2026<br \/>\nAm Mittwoch vor meinem Auszug erhalte ich dann eine SMS, die mich bittet, eine Woche l\u00e4nger zu bleiben, denn sie h\u00e4tte im Moment nicht wirklich das Geld\u2026 Also hatte mein Instinkt recht, leider!<\/p>\n<p>Ich reagiere hart und sage ihr, dass, wenn sie nicht, wie vereinbart, mir das Geld zum Wochenende zur\u00fcckzahlt, ich das als Veruntreuung auffasse und die Sache notfalls vor das Miettribunal bringe. Sie soll sich halt Geld bei irgendwem leihen.<\/p>\n<p>Daraufhin dreht sie komplett durch, droht mir mit der Polizei und will mich bis zum Abend aus der Wohnung haben, alles per SMS. Da sie nicht da ist, nehme ich sie nicht ernst, vor allem, weil die Polizei halt nicht kommt.<\/p>\n<p>Abends, gegen 10, kommt sie dann doch pl\u00f6tzlich nach Hause und st\u00fcrmt direkt in mein Zimmer. Ich rieche, dass sie betrunken ist und damit auch Auto gefahren ist. Sie schreit mich an, will dass ich sofort gehe. Ich w\u00fcrde ihr Angst machen. Ich kann sie gerade noch so davon abhalten, meine Sachen vor die T\u00fcr zu werfen. Ich reagiere ganz entspannt und sachlich und sage ihr, dass sie mir das Geld geben soll, dann ist alles in Ordnung. Sie sagt mir, dass sie das Geld habe, nur nicht jetzt. Haha.<\/p>\n<p>Sie schreit mich jedenfalls den ganzen Abend weiter an, trinkt dabei und ich habe eine Schei\u00dfangst. Ich bleibe die Nacht einfach, packe aber meine Sachen und werde gleich morgens abhauen. Gott sei Dank kann ich meine T\u00fcr abschlie\u00dfen. Ich schlafe kaum und bin morgens gleich weg. Ohne die Kaution. So ein Schei\u00df\u2026<\/p>\n<p>Ich gehe in ein Hostel, das gleiche wie schon am Anfang. Meine Sachen habe ich teilweise im Auto deponiert. Ich gehe zur Polizei und erz\u00e4hle die ganze Geschichte. Nur kann die Polizei da nichts machen, sie verweist mich an das Miettribunal, was eine langwierige Geschichte werden kann. Ich informiere mich erst einmal und komme zum Schlu\u00df, dass es sich f\u00fcr mich lohnen w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Machen wir an dieser Stelle mit der Geschichte erst einmal Schlu\u00df und kommen wir zur anderen, dem Auto.<br \/>\nEs ist n\u00e4mlich \u00fcberhaupt nicht so toll, wie es erst den Eindruck gemacht hatte. Der Motor und das Fahrverhalten sind ausgezeichnet, aber die T\u00fcren\u2026 Die Beifahrert\u00fcr l\u00e4sst sich pl\u00f6tzlich nicht mehr \u00f6ffnen und die Kofferraumt\u00fcr ist komplett verzogen, sodass ich sie nur noch mit Ach und Krach schlie\u00dfen kann. Das ist eindeutig schlimmer geworden seit dem Kauf. Ich glaube, dass ich auch da \u00fcbers Ohr gehauen wurde\u2026 Ich w\u00fcrde sagen, das Auto ist nur 4500 Dollar wert.<\/p>\n<p>Jedenfalls braucht das Auto Reparaturen. Der Kofferraum kostet mich 750 Dollar, die Beifahrert\u00fcr 150. Und die h\u00e4lt nur einen Tag, dann ist sie wieder im Eimer. Immerhin ist der Kofferraum jetzt wieder in Ordnung.<\/p>\n<p>In diesem Moment m\u00f6chte ich wirklich alles hinschmei\u00dfen. Ich habe schlicht und ergreifend kaum mehr Geld und nur Probleme. Ich entscheide mich, nach Norden, nach Queensland zu fahren, um dort als Erntehelfer zu arbeiten. Typische Work-and-Travel-Arbeit also. Ich schaffe es, mir einen Mitfahrer zu organisieren, damit wir immerhin die Spritkosten teilen k\u00f6nnen. Er ist Franzose und wir kommen gut miteinander klar.<br \/>\nIch hab Sydney gemocht. Gerade die Fahrt mit der F\u00e4hre nach Manly und die Str\u00e4nde da oben haben wirklich ein unschlagbares Flair.<\/p>\n<p>Gott sei Dank kann ich mich noch mit meiner Ex-Mitbewohnerin per SMS einigen, dass sie mir zumindest 810 Dollar zur\u00fcckzahlt. Sie hat sich also noch eine Wochenmiete zu behalten erlaubt. Besser als nichts, und ich bin froh, dass mir zumindest dieses Miettribunal, wof\u00fcr ich nach Sydney h\u00e4tte zur\u00fcckkehren m\u00fcssen, erspart bleibt.<\/p>\n<p>Der Franzose hat sogar eine Adresse einer Farm in der N\u00e4he von Dalby, die wir uns einmal ansehen wollen. Da die Farm aber Unterkunft anbietet, die im Voraus bezahlt werden soll, sind wir skeptisch, denn das ist eigentlich ein Zeichen von Betrug und die Farm gibt es meistens nicht.<\/p>\n<p>Wir fahren \u00fcber ein paar Tage verteilt aus dem mittlerweile wirklich herbstlichen Sydney nach Brisbane und weiter nach Dalby im Landesinneren. Die Landschaft hat sich seit Sydney nicht ge\u00e4ndert. Weideland was mit B\u00e4umen \u00fcbers\u00e4ht ist\u2026<\/p>\n<p>In Dalby sehen wir, dass die Farm wirklich Betrug ist! Wir beschlie\u00dfen, weiter nach Norden nach Mundubbera zu fahren, denn dort beginnt gerade die Mandarinensaison.<\/p>\n<p>Wir haben hier wirklich einmal Gl\u00fcck, denn wir sind genau zum richtigen Zeitpunkt da und kriegen sofort einen Job als Mandarinenpfl\u00fccker! Am n\u00e4chsten Tag w\u00e4re schon alles weg gewesen! Man sagt uns, dass wir 1200 Dollar pro Woche verdienen k\u00f6nnen, ich bin echt happy, dass es jetzt doch noch zu etwas kommt.<\/p>\n<p>Aber Pustekuchen. Ich schaffe blo\u00df eine Kiste am Tag, anstatt drei, was auf einen Stundenlohn von 8-9 Dollar hinausl\u00e4uft. Damit kann ich mich nicht nachhaltig versorgen und werde zudem noch vom Chef ger\u00fcgt, dass ich zu langsam sei. Ich kann nicht schneller, nach vier Stunden tut mir mein R\u00fccken total weh und ich werde nur langsamer. Ich kenne mich und weiss wenn es ein Schmerz ist, der bleibt und keiner der mit etwas \u00dcbung verschwindet.<\/p>\n<p>Also k\u00fcndige ich nach nur drei Tagen wieder\u2026<\/p>\n<p>Das war gestern. Gleichzeitig erhalte ich aus Neuseeland eine Einladung f\u00fcr ein Vorstellungsgespr\u00e4ch, denn ich habe mich noch auf den letzten Dr\u00fccker am Donnerstag f\u00fcr eine Stelle als Kn\u00f6pfchendr\u00fccker in einem Lift oder als Ticketkontrolleur in einem Skigebiet auf der Nordinsel beworben! Scheint, als ob das NZ-Visum doch noch f\u00fcr was gut war \ud83d\ude42<\/p>\n<p>Ich habe mich jedenfalls entschieden, jetzt in den kommenden zwei Wochen mein Auto zu verkaufen, was hoffentlich klappt\u00a0 und dann Anfang Mai nach Wellington oder Auckland zu fliegen und diesen Job zu kriegen! Das w\u00e4ren drei bis vier Monate Festanstellung mit guter Bezahlung und ich will diesen Job so, so sehr!<\/p>\n<p>Das Vorstellungsgespr\u00e4ch ist am 10. Mai, ich kriege sofort darauf Bescheid, ob es was wird. Wenn es nichts wird, sitze ich am Tag drauf im n\u00e4chsten Flieger nach Deutschland, denn ich bin dann 100% abgebrannt und irgendwie kann mich dann mal alles hier\u2026 Wenn ich den Job habe, wird mein 30. Geburtstag in Neuseeland gut begossen \u2013 anderenfalls komme ich gerade rechtzeitig in Deutschland an, um dort geb\u00fchrend zu feiern. Hallo, liebe Karlsruher \ud83d\ude09<\/p>\n<p>Australien hat mich vom ersten Tag an ziemlich gef\u2026 . Ich verfluche den Tag, an dem ich auf Facebook voller Freude gepostet habe, dass ich ein Auto und eine Wohnung gefunden habe\u2026 Jetzt habe ich das Auto an der Backe, die Beifahrert\u00fcr funktioniert immer noch nicht und bin ziemlich abgebrannt.<\/p>\n<p>Oh man, w\u00fcnscht mir Gl\u00fcck f\u00fcr die n\u00e4chsten 3 Wochen \ud83d\ude42<\/p>\n<p>Positiv gesehen, ist der Blog jetzt up-to-date!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Viel, viel Text und keine Bilder. 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